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Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc

Sauvignon Blanc, auch Sauvignon blanc, Blanc Fumé, Sauvignon Jaune oder Muskat-Sylvaner genannt, ist eine Weißwein-Rebsorte mit ungewisser Herkunft, doch weltweiter Verbreitung. Ihre Abstammung ist weitgehend unbekannt, aber gesichert ist, dass es eine sehr alte Rebsorte aus Frankreich ist.

Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird. Sauvignon Blanc ist die zweitwichtigste weiße Rebe nach Chardonnay. Sortenrein ergibt sie einen frischen Wein mit eigenwilligen, pikanten Johannis- und Stachelbeeraromen, häufig auch „grünen“ Noten (frisch gemähtes Gras), und einem unnachahmlichen Mineralton mit einer unterstützenden Säurestruktur. Das typische Sauvignon-Blanc-Aroma wird wie beim Cabernet Sauvignon durch den höheren Gehalt an Pyrazinen verursacht.

Die europäische Heimat der Rebsorte ist das französische Loiretal; Sancerre und Pouilly-Fumé sind die großen Namen. In Frankreich zählt die Sorte zu den „Cepages nobles“, der französischen Bezeichnung für die edelsten Rebsorten der Welt. Sauvignon Blanc ist auch in Bordeaux bedeutend und in vielen anderen Bereichen Europas, wie in Italien im Veneto und Friaul, in Slowenien, aber auch in Spanien, Serbien, Kroatien, Ungarn und den meisten anderen osteuropäischen Staaten. In Australien, Argentinien, Chile, Südafrika, Kalifornien und Neuseeland ist sie ebenso verbreitet.

Die Rebsorte Tocai Friulano, die auch die Synonmnamen Sauvignonasse oder Sauvignon Vert trägt, wurde in der Vergangenheit häufig mit dem Sauvignon Blanc verwechselt. So war noch Anfang der 1990er Jahre ein Großteil der chilenischen Sauvignon-Weine in Wirklichkeit Tocai-Friulano-Weine.

Mutationen des Sauvignon Blanc sind die Sorten Sauvignon Gris oder Sauvignon Rose, Sauvignon Noir und Sauvignon Violet.

Verbreitung

Frankreich

Im Jahr 2007 lag die bestockte Rebfläche in Frankreich bei 26.062 Hektar. In Frankreich wurden bislang 20 Klone zur Herstellung von Qualitätsweinen anerkannt, von denen die Klone n° 297 und 316 die am weitesten verbreiteten sind.

Erst Ende der 1980er Jahre konnte sich der Sauvignon gegenüber dem Ugni Blanc als meistangebaute Sorte in Bordeaux durchsetzen. Heute prägt er die trockenen Weißweine von Bordeaux wie den Entre deux mers und den weißen Graves. Im Médoc zeigt Château Margaux mit dem Pavillon Blanc, welches Potenzial die Rebsorte bei niedrigen Erträgen und einem angepassten Anbau im Barrique auch in diesem Rotweingebiet erreichen kann.

In den edelsüßen Weinen von Sauternes, Barsac, Monbazillac, Sainte-Croix-du-Mont, Cérons und Loupiac wird die Sorte mit dem dominierenden Sémillon und einem geringen Anteil von Muscadelle verschnitten. Das berühmte Château d'Yquem beispielsweise setzt die Sorte zu zirka 20 % im Verschnitt seiner Weine ein.

Im französischen Südwesten findet der Sauvignon Blanc Eingang in die AOC-Weine von Bergerac, Côtes de Duras, Côtes du Marmandais, Gaillac und Pacherenc du Vic-Bilh. In den drei erstgenannten Gebieten ist sie als Leitsorte in den trockenen Weißweinen enthalten.

In der Weinbauregion Loire sind die typischen Weine in den Appellationen von Sancerre, Pouilly Fumé, Menetou-Salon, Quincy und Reuilly, die weltweit als Vorbild bei der Erzeugung qualitativ hochstehender Weißweine dienen, die bekanntesten Weine aus der Sauvignon-Blanc-Rebe. Flussabwärts ist der Sauvignon Blanc fast überall angepflanzt. In drei Anbaugebieten besitzt er eine besondere Bedeutung: in Saint-Bris in der Nähe von Chablis, in der Touraine südlich von Blois, und im Haut-Poitou südlich von Saumur. Die typische Aromatik der Sauvignon-Blanc-Weine beruht auf einer schwefeligen Verbindung, die an Ginster erinnert. Oft wird bei Verkostungen jedoch ein Geruch beschrieben, der an frisch angezündete Streichhölzer denken lässt. Ursache ist im allgemeinen die zu starke Schwefelung der Weine und selten der Feuerstein-Gehalt im Boden.

Deutschland 

Für den deutschen Weinanbau spielt die Sorte mengenmäßig noch keine große Rolle. Sie liegt in der Statistik der in Deutschland angebauten Rebsorten auf Platz 23 (2009). Die Sorte wird aber zunehmend und erfolgreich von rund 500 Erzeugern (allein 265 in der Pfalz) in allen deutschen Anbaugebieten mit Ausnahme von Sachsen, Mittelrhein und Ahr kultiviert. Im Anbaugebiet Pfalz wurde der Sauvignon blanc für das Jahr 2010 zur "Rebsorte des Jahres" proklamiert.

Die größten Anbauflächen befanden sich 2009 in der Pfalz (224 Hektar), Rheinhessen (108 Hektar), Baden (82 Hektar) und Württemberg (27 Hektar). Kleinere Flächen gibt es an der Nahe (8 Hektar), im Rheingau (6 Hektar), an der Mosel (5 Hektar), Franken und Saale/Unstrut (je 2 Hektar) und an der Hessischen Bergstrasse (1 Hektar).

Der nördlichste deutsche Weinberg mit Sauvignon Blanc befindet sich in Brandenburg in der Lage Werderaner Wachtelberg in Werder. Die gemeldete Gesamtrebfläche des Sauvignon blancs erreichte im Jahr 2009 einen

Österreich 

In Österreich ist sie speziell in der Steiermark bedeutend, wo die Rebsorte noch häufig Muskat-Sylvaner genannt wird. Im Jahr 2007 betrug die bestockte Rebfläche 1491,22 ha. (Quelle: Weingartenerhebung 1999 + Umstellungsänderungen bis 2007 (ausgepflanzte Flächen). Im Jahr 1999 betrug die bestockte Fläche lediglich 314,39 Hektar.

Schweiz 

In der Schweiz gedeiht der Sauvignon Blanc überwiegend in der Region um Genf, im Kanton Wallis und im Tessin. Die Rebfläche beträgt 126,8 Hektar (Stand 2007, Quelle: Office fédéral de l'agriculture OFAG).

Neuseeland 

Trotz der kurzen Geschichte sind die Sauvignon Weine aus Neuseeland – besonders die aus Marlborough, wobei der Cloudy Bay schon zum Kultwein geworden ist – inzwischen zum klassischen Typ aufgerückt. Seit den 1990er Jahren profiliert sich das Land als Lieferant hervorragender trockener Weißweine. Insbesondere in Marlborough auf der Südinsel werden die Reben in sandigen Böden gezogen. Die gute Drainage und der magere Boden ergeben durch die daraus resultierenden geringen Erträge eine hohe Konzentration der typischen Aromen. Innerhalb des Schwemmlands des Wairau River in der Nähe von Blenheim verlaufen ost-westlich ausgerichtete Sandbänke, die dem Terroir einen welligen Charakter verleiht. Die Rebzeilen sind in der Regel nord-südlich ausgerichtet und bieten dem Winzer auf recht kleiner Fläche eine Fülle von verschiedenen Böden (tiefe, schwere Böden in den Senken, luftigere und steinigere Böden in der Nähe der Kämme der Bänke), die sich auf die Aromenvielfalt positiv auswirken. Das kühle Meeresklima und die starke Sonneneinstrahlung von Marlborough bietet die Voraussetzung einer langen Vegetationsperiode, die zu Ausbildung eines guten Gleichgewichts von Säure und Zucker unabdingbar ist.

In den letzten Jahren kommen auch vielversprechende Weinqualitäten aus den Regionen Martinborough, Gisborne und Hawke’s Bay, die allesamt auf der Nordinsel liegen. Im Jahr 2008 lag die bestockte Rebfläche bei noch steigender Tendenz bei 13.988 Hektar. Im Jahr 2007 lag die Rebfläche noch bei 10.491 Hektar.

Vereinigte Staaten 

Der Name Blanc Fume ist in Kalifornien gebräuchlich. Dieser Name wurde um 1985 von Robert Mondavi gefördert, um dem Wein eine eigene Identität zu verleihen. Dort wird er manchmal im Holzfass ausgebaut, was ihm eher den Charakter tropischer Früchte verleiht. In den 1990er Jahren stellte der französische Ampelograph Pierre Galet fest, dass es sich bei dem Sauvignon Vert in Kalifornien überwiegend um die Rebsorte Muscadelle handelte.

Südafrika 

Im Jahr 2007 betrug die mit Sauvignon Blanc bestockte Rebfläche 8.872 Hektar nachdem sie im Jahr 2003 noch bei 6.843 Hektar lag. Jancis Robinson behauptet, dass sich die Sorte in Südafrika lange gegenüber dem Chardonnay behaupten konnte, da dort der als Chardonnay bekannte Rebbestand wegen einer verwechslung überwiegend aus der minderwertigeren Auxerrois – Rebe bestand.

Italien 

Sauvignon Blanc bringt insbesondere im Nordosten Italiens hervorragende Weine. Insbesondere Exemplare aus dem Friaul und Südtirol sind sehr fein und fruchtig.

Insgesamt ist der Anbau der Rebsorte in 32 Provinzen empfohlen und in weiteren 26 Provinzen zugelassen. Im Jahr 1990 wurde eine bestockte Rebfläche von 2.947 Hektar erhoben.

Sauvignon Blanc ist Bestandteil der DOC-Weine Alghero, Bagnoli di Sopra, Bianco di Scandiano, Bolgheri, Carso, Castel del Monte, Colli Berici, Colli Bolognesi, Colli del Trasimeno, Colli dell'Etruria Centrale, Colli di Conegliano, Colli di Faenza, Colli di Parma, Colli di Scandiano e di Canossa, Colli Orientali del Friuli, Colli Piacentini, Colline Lucchesi, Collio Goriziano, Contea di Sclafani, Contessa Entellina, Delia Nivolelli, Friuli Annia, Friuli Aquileia, Friuli Grave, Friuli Isonzo, Friuli Latisana, Garda, Garda Colli Mantovani, Lison Pramaggiore, Vini del Molise, Oltrepó Pavese, Sant'Antimo, Terlan und Trentino.

Diverse Regionen 

Die australischen Versionen (5.544 Hektar, Stand 2007) kommen nur manchmal an die Qualitäten aus dem benachbarten Neuseeland heran. Auch in Chile (hauptsächlich in der Región del Maule) (8.697 Hektar, Stand 2006), Argentinien, Moldawien, Slowenien, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Bulgarien und in Kanada wird Sauvignon Blanc zunehmend erfolgreich angebaut.

Synonyme

Aufgrund seiner weltweiten Verbreitung ist der Sauvignon Blanc unter einer Fülle von Synonymnamen wie Beyaz Sauvignon, Blanc doux, Blanc Fumé, Bordeaux bianco, Champagne, Douce blanche, Feher Sauvignon, Feigentraube, Fie, Fumé, Fumé Blanc, Fumé surin, Genetin, gennetin, Gentin, Gros Sauvignon, Libournais, Melkii sotern, Muskat Sylvaner, Muskatani Sivanec, Muskatni Silvanac, Muskatni Silvanec, Muskatsilvaner, Muskat-Sylvaner,Painechon, Pellegrina, Petit Sauvignon, Picabon, Piccabon, Pinot Mestny Bely, Pissotta, Puinechou, Punechon, Punechou, Quinechon, Rouchelin, Sampelgrina, Sarvonien, Sauternes, Sauvignon, Sauvignon Bianco, Sauvignon Blanco, Sauvignon fumé, Sauvignon gros, Sauvignon Jaune, Sauvignon jeune, Sauvignon petit, Sauvignon vert, Sauvignon White, Savagnou, Savignon, Sciampagna, Servanien, Servonien, Servoyen, Souternes, Sovinak, Sovinjon, Sovinjon beli, Sovinon, Spergolina, Surin, Sylvaner musqué, Uva Pergolina, Weißer Sauvignon und Zoeld Ortlibi bekannt.