Die Arbeit im Weinberg
Weinlese
Bei der Traubenlese kann sich der Winzer meist zwischen einer manuellen Lese oder einer maschinellen Weinlese entscheiden. Keine Wahl haben hingegen Winzer mit sehr kleinen Parzellen oder mit Weinbergen in Steillagen. In diesen Fällen bleibt dem Winzer nur die manuelle Lese.

Die manuelle Lese ist dann erste Wahl, wenn man die Trauben möglichst unbeschädigt einbringen will oder muss. Bei gesundem, unbeschädigten Lesegut kann die beim Wein unbedingt erforderliche Schwefelung stark reduziert werden. Der Vorteil der schonenden Handlese tendiert hingegen gegen null, wenn die Trauben hoch auf der Ladefläche des Kippers gestapelt werden. In diesem Fall erdrückt das hohe Flächengewicht die unten liegenden Beeren und bei Sonneneinstrahlung kann der austretende Saft ungewollt gären.
Die manuelle Lese ist ebenfalls dann erforderlich, wenn während des Lesevorgangs bereits eine Auslese stattfinden soll. Bei edelfaulen Beeren können bereits befallene Beeren einzeln gelesen werden. In mehreren Durchgängen kann mit dieser Methode edelfaules Material in ausreichender Menge und in bester Güte eingeholt werden.
Ein anderer Beweggrund für die Handarbeit kann es sein, Beeren mit Stielen und Stielgerüst zu ernten. Bei einem gewissen Anteil von Stielen kommt es zu einem schonenderen Pressen, da die Stiele den entstehenden Beerenbrei auflockern. Andererseits kann der in den Stielen vorhandene Gerbstoff dem Wein förderlich sein.

Der Einsatz des Obstvollernters ist meist eine wirtschaftliche Entscheidung. In den europäischen Hochlohnländern kann der Kostenanteil der Lese nahezu halbiert bis gedrittelt werden. In dünn besiedelten Gegenden können die Winzer zur mechanischen Ernte greifen, da nicht genügend Erntehelfer zur Verfügung stehen.
Ein qualitativer Vorteil der mechanischen Ernte ist, dass das Lesegut innerhalb kürzester Zeit eingebracht werden kann. Der Lesezeitpunkt kann somit zeitnah zum optimalen Reifezeitpunkt gelegt werden. Nicht zu unterschätzen ist der Vorteil des Vollernters, dass die Trauben häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden bei sehr kühlen Temperaturen geerntet werden können. Dadurch wird dem Verlust von Aromastoffen vorgebeugt. Außerdem ist ein langsamerer Start der Gärung durch eine kühlere Mosttemperatur in den Morgenstunden möglich.
Nachteilig ist, dass nicht jede Rebsorte gleich gut zur Lese mit der Maschine geeignet ist. Während die überaus populären Sorten Chardonnay und Cabernet Sauvignon sehr gut geeignet sind, kann der Spätburgunder nur unter Qualitätseinbußen mit dem Vollernter eingebracht werden.
Eine maschinelle Lese erfordert auch besondere Vorkehrungen im Weinkeller. Durch die hohe Ernteleistung der Maschinen werden in sehr kurzen Zeitabschnitten große Mengen an Lesegut angeliefert. Zur Erzeugung von Qualitätswein ist es jedoch wichtig, dass zwischen Lese und Kelterung (im Fall von Weißwein) oder Maischung (im Fall von Rotwein) nur wenig Zeit vergehen sollte. Die Infrastruktur im Keller muss demnach die hohe Ernteleistung abbilden.
In gewissen Weinbaugebieten wie im Beaujolais oder auch in der Champagne ist eine maschinelle Ernte verboten. Beim Beaujolais müssen die Beeren wegen der Kohlensäuremaischung unbeschadet angeliefert werden. Beim Champagner ist hingegen aufgrund der geforderten schonenden Pressung die Ganztraubenlese gefordert.
Nach der Ernte werden die Trauben auf Sortiertischen gesichtet. Dabei können Blätter sowie unreife oder faule Beeren entfernt werden. Insbesondere bei Beeren zur Erzeugung von Rotweinen müssen faule Beeren rigoros ausgemustert werden, da der Schimmelpilz Botrytis cinerea negative Auswirkungen auf Geschmack und Farbe hat.
Bei einer maschinellen Lese ist der Aufwand am Sortiertisch geringer, da beim Vollernter ein Großteil der Blätter durch Ventilatoren entfernt wird. Faule Beeren fallen durch das Rütteln der Rebstöcke meist schon zu früh ab und noch unreife bzw. getrocknete Beeren fallen bei einer gut eingestellten Maschine nicht vom Stock.
Weinanbau

Vor dem Aussehen von Rebsetzlingen muss der Winzer verschiedene Einzelheiten beachten,damit er guten Wein herstellen kann. Die Lage des Weinstocks, der Boden, das herrschende Klima sowie natürlich die Traubenart entscheiden darübe,r ob der Wein am Ende wohlschmeckend ist oder nicht.
Des weiteren muss man auch auf die richtigen „Klone“ d.h. alle genetisch gleichen Nachkömmlinge eines speziellen Setzlings achten und den richtigen Anbau der Rebstöcke bedenken. Heutzutage werden die Reben meist ordentlich an Drahtrahmen aufgereiht und im Winter sowie im Sommer säuberlich geschnitten.
Da vielerlei Faktoren beim Weinanbau beachtet werden müssen, konzentriert sich der heutige Weinanbau auf den sogenannten Weltrebengürtel. Dieser beschreibt ein bestimmtes Gebiet in welchem sich die Hauptweinanbaugebiete befinden, da dort die besten Vorraussetzungen gegeben sind um Wein guter Qualität zu erzeugen. Dieses Gebiet erstreckt sich auf der nördlichen Erdhabkugel zwischen dem 40. und 50. Breitengrad und auf der südlichen Erdhalbkugel zwischen dem 30. und 40. Breitengrad.
Es gibt aber auch Weinanbaugebiete nördlich des Weltrebengürtel wie beispielsweise die Weingebiete der Mosel und des Rheins.
