Weinbau an der Mosel

Die Mosel entspringt in den Vogesen in Frankreich und erreicht über Nancy und Metz bei Apach und Perl die deutsche Grenze. Von Perl bis Wasserliesch bildet die Obermosel - auch als südliche Weinmosel bezeichnet – die natürliche Grenze zwischen dem Großherzogtum Luxemburg und Deutschland. In dieser Region bietet sich eine Entdeckungstour an, um das „savoir vivre“ im Dreiländereck kennenzulernen.
Die Reben gedeihen in Frankreich, Luxemburg und Deutschland auf ähnlichen Böden. Keuper, Tonmergel und Muschelkalkböden bieten der Elblingrebe, die seit der Antike angebaut wird, gute Wachstumsbedingungen. Der frische Elblingwein ist ein idealer Begleiter zu vielen Speisen, er wird auch zu spritzigem Winzersekt und Crémant veredelt.
Neben dieser „uva alba“, der weißen Traube der Römer, spielen an der südlichen Weinmosel zunehmend Weißer und Grauer Burgunder, Auxerrois und Chardonnay sowie Blauer Spätburgunder eine Rolle, die auf den tiefgründigen Böden ebenfalls optimales Terroir finden.
Die Mittelmosel bildet das Herzstück des Anbaugebietes. Bekannte Weinbaugemeinden und berühmte Weinbergslagen reihen sich aneinander, weltbekannte Rieslingweine wachsen hier auf den Schieferverwitterungsböden.
Bereits die Römer erkannten die besondere Eignung der Steilhänge für Rebkulturen und betrieben intensiven Weinbau. Schon bald wurde Wein von der Mosel in andere Teile des römischen Reiches exportiert. Der Weinexport spielt auch heute noch eine große Rolle. Mosel-Saar-Ruwer hat den höchsten Exportanteil unter den deutschen Weinbaugebieten.
Noch heute begegnet man auf Schritt und Tritt den Spuren der Römer. Beispielsweise in Trier, Deutschlands ältester Stadt und einst Hauptstadt des weströmischen Reiches. Oder an der „Römischen Weinstraße“ zwischen Schweich und Trittenheim. Und auch in Neumagen-Dhron, dem ältesten deutschen Weinort mit dem Grabmal in Form eines Weinschiffes.
Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches wurde die Weinkultur vor allem von den zahlreichen Klöstern der Region weiter entwickelt, was sich heute noch in den Weinlagennamen mit kirchlichem Bezug und den alten Klostergutshöfen, die in fast allen Orten der Mosel zu finden sind, widerspiegelt.
Das Tal der Mosel ist eine der eindruckvollsten und schönsten Weinlandschaften der Welt. Die Mosel bringt Charakterstarke Weine hervor, die Rieslinge sind unerreicht. Von lebhaftem Säurespiel unterstützt, entfalten sie ein Feuerwerk fruchtiger und mineralischer Aromen. Der Grund dafür ist die Kombination aus der geografischen Lage und idealem Kleinklima der Steilhänge, wo die Sonne jede Traube erreicht.
Die Wärme wird von den Schieferböden gespeichert, die am mittleren und unteren Flußlauf vorherrschen, an der Obermosel findet man Muschelkalk. Zusammen mit der Fuktion der Wasserfläche ergibt sich ein spezielles Klima, das genügend Wärme zur Traubenreife bietet.
Die Arbeit des Winzers an den teilweise extremen Steilhängen ist sehr mühsam. Es überwiegt die Handarbeit, kleine Einschienenbahnen unterstützen die Arbeit in den Weinbergen.
Die Saar
Der Oberlauf der Saar bildet den natürlichen südlichen Rahmen der Weinregion Mosel-Saar-Ruwer. Weine von der Saar sind oft säurebetont, sie können aber in guten Jahren auch zu den besten des Weinanbaugebietes gehören.
Der Grund für den speziellen Charakter der Saar-Weine ist die weit geringere Hangneigung der Weinberge und ihre selten nach Süden orientierte Ausrichtung. Im Unterschied zur Mosel sind die Rebflächen auch spärlicher gesät.
Zur Rast kehren die Gäste bei den Winzern und in der vielfältigen Gastronomie ein. In urigen Straußwirtschaften, traditionsreichen Gasthäusern und feinen Restaurants werden die Saarweine mit regionaler und internationaler Küche zu kulinarischen Erlebnissen kombiniert.
Weltbekannte Weinorte reihen sich hier aneinander: Serrig, Ockfen, Kanzem, Ayl oder Wiltingen mit der wohl berühmtesten Weinlage der Saar, dem Scharzhofberg. Über den Saarriesling urteilt der international bekannte britische Weinautor Hugh Johnson: „Einer der überragenden Weißweine der Welt, der Schluck für Schluck bezaubert.“
Die Ruwer
Der obere Flußlauf der Ruwer liegt nur wenige Kilometer von dem der Saar entfernt. Die Weine sind in kühleren Jahren oft sehr säurebetont, sie zeigen aber immer einen ausgeprägten Fruchtcharakter, der im höherwertigen Qualitätsbereich voll zur Geltung kommt.
Das Ruwertal ist mit rund 200 Hektar Rebfläche die kleinste Teilregion des Weinbaugebietes Mosel-Saar-Ruwer. Das kleine Flüsschen Ruwer windet sich vom Hunsrück, gesäumt von Wiesen, Reben und Wäldern, durch ein enges Tal und mündet unterhalb von Trier in die Mosel.
Bekannte Weinbaugemeinden an der Ruwer sind Waldrach, Kasel, Mertesdorf und Eitelsbach. Der Weinbau wird bereits seit der Römerzeit betrieben. Auch heute noch glänzt die Ruwer mit einigen der bekanntesten Weinbaubetrieben der Region. Das Ergebnis der rund 2000-jährigen Weinbautradition sind Rieslingweine, die als delikat, zart und geradezu subtil gelten.
Besonders gut lässt sich der Ruwerwein bei einem der zahlreichen Feste und Tagen der offenen Keller in den Weinbauorten und Winzerbetrieben kennenlernen. Ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender: „Ruwertal aktiv“, wenn an einem Sonntag im August die Ruwer-Riesling-Weinstraße frei von Autos ist und ganz den Radfahrern und Skatern gehört.
Rebsorten/Rebfläche
Rebfläche:
ca. 9.000 ha, 6 Bereiche, 18 Großlagen und 524 Einzellagen
Rebsorten:
Riesling, Müller-Thurgau, Elbling, Kerner, Weißer Burgunder, Spätburgunder, Dornfelder