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Wein aus Australien

Regionen
Wein wird mit der Ausnahme Northern Territory in jedem australischen Staat bzw. Territorium angebaut. Vier Staaten teilen sich die Hauptrebfläche: Victoria und New South Wales, sowie der Südosten von South Australia und der Südwesten von Western Australia. Der Weinbau in Queensland umfaßt nur ein kleines Gebiet im äussersten Süden des Staates, allerdings wird ihm Potential (vor allem im Hinterland) eingeräumt. Auf Tasmanien erlaubt ein günstiges Mikroklima im Norden und Süden der Insel Weinbau. Weinbau wird auch im und um das A.C.T. betrieben. Auf mehr als der Hälfte der Fläche ist das Klima zu heiß oder/und zu trocken oder/und zu tropisch für das Bewirtschaften von Weinbergen.
Es gibt in Australien keine Herkunftsbezeichnungen, die qualitativ höher- oder tieferrangig sind (wie etwa in Italien). Das Anbaugebiet hat folglich nichts mit der (durchschnittlichen) Weinqualität zu tun. Seit 1987 ist in Australien ein gesetzgeberisches Rahmenwerk mit den Hauptkomponenten eines Appellationssystems im Bundesrecht verankert. Es wird von der amtlichen Wine and Brandy Corporation überwacht. Das australische Weingesetz schreibt vor, dass ein Wein mindestens zu 85% aus dem auf dem Etikett angegebenen Anbaugebiet stammen muss.
Schritt für Schritt haben sich australische Weinerzeuger inzwischen von der Verwendung von Gattungsbezeichnungen wie Claret, Burgundy, Champagne, Port und Sherry distanziert. Der Export von Erzeugnissen mit diesen Bezeichnungen nach Europa wurde verboten. Für den europäischen Markt musste beispielsweise auch der berühmte Penfolds Grange Hermitage auf die Herkunftsbezeichnung Hermitage verzichten.
Klimazonen
Seit den 70er Jahren liegt der Schwerpunkt des Weinanbaus teilweise in kühleren, höher gelegenen Lagen. Das Klima in den Weinanbaugebieten zwischen dem 32. und 39. südlichen Breitengrad lässt sich mit dem des Piemont oder des Bordelais vergleichen. Die Sommer sind durch milde Durchschnittsetemperaturen von 19 bis 21 Grad gekennzeichnet. Aufgrund der örtlich geringen Niederschlagsmenge, müssen zahlreiche Weinberge bewässert werden.
Geschichte
Weinbau wird in Australien seit dem 18. Jahrhundert betrieben. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war ein kontinuierlicher Rückgang bei den Weinanbauflächen zu verzeichnen. Australische Weine wurden aus einfachen Reben nur für den inländischen Markt erzeugt. Seit den 60er Jahren hat der Weinbau in Australien einen starken Aufschwung genommen. Mit dem Anbau neuer Reben und neuer Ausbaumethoden, die z.T. sehr unorthodox sind, hat sich der Australische Wein eine beachtete Position in der Weltweinskala erarbeitet. Viele Erzeugnisse australischer Weinbauern sind heute in der Qualität mit den grossen Vorbildern aus Frankreich, Italien oder Kalifornien vergleichbar.
Quantität
Die australische Wein-Industrie ist zwischenzeitlich mit jährlivh über 400 Millionen exportierten Littern der weltweit viertgrößte Weinexporteur. Dazu kommen nochmals 400 Millionen Litter Wein, die im Land selbst getrunken werden.
Nach Angaben der Australian Wine and Brandy Cooperation verlassen in 2008 täglich 2,5 Millionen Flaschen Wein Australien. Der jaährliche Gesamtwert des exportierten Weines beträgt 2008 2,8 Miliarden A$. Hauptabnehmer sind das Vereinigte Königreich (906 Mill. A$) und die USA (801 Mill. A$). Mit deutlichem Abstabd folgt Kanada (273 Mill. A$). Auf den Rängen 4 bis 9 liegen Neuseeland (86 Mill. A$), die Niederlande (73 Mill. A$), Irland (70 Mill. A$), Dänemark (61 Mill. A$), China (56 Mill. A$) und Deutschland (50 Mill. A$). Japan (48 Mill. A$), Singapur (45 Mill. A$) und Schweden (42 Mill. A$) vervollständigen das Dutzend.
Die Anzahl der australischen Weinbaubetriebe hat sich von 1.625 in 2003 auf 2.146 in 2007 erhöht. 2006 wurde auf 169.000 Hektar Fläche Wein angebaut, 1.902.000 Tonnen Weintrauben wurden geernetet. Hieraus wurde 1.410.000.000 Liter Wein gewonnen.
Qualität

Obwohl die Australischen Weinbaugesetze sehr offen sind, überzeugen die Winzer mit Qualität. Mit der erzielten höheren Anerkennung und der gestiegenen Nachfrage geht bis heute eine ständige Ausweitung der Anbaufläche einher. Die australischen Erfolge basieren vorwiegend auf einer beachtlichen Qualitätssteigerung, verbunden mit einem meist guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Man kann sich darüber streiten welche Einflussfaktoren die bedeutendsten sind: Neuen Techniken oder doch eher noch die günstigen klimatischen Verhältnisse und eine sorgsame Auswahl der Rebsorten für die entsprechenden Böden.
Rebsorten
Autochthone Reben existieren in Australien nicht, alle Sorten wurden von Einwanderern mitgebracht. Die überwiegende Mehrzahl der heutigen Reben stammt ursprünglich aus Frankreich, ein kleinerer Teil auch aus Italien, Portugal und Deutschland. Viele der heutigen "australischen" Rebsorten sind zwischenzeitlich "Weltreben", die sich in Australien genauso finden wie in Kalifornien, Europa, Südafrika oder Chile. Die fast schon epidemische weltweite Ausbreitung der Cabernet- oder Sauvignon-Rebe kann man unter dem Aspekt der Qualität genauso begrüssen wie man sie unter dem Aspekt der Verarmung an Vielfalt bedauern kann. Die wichtigsten Rebsorten Australiens sind Shiraz, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Ruby Cabernet, Merlot, Cabernet Franc und Malbec bei den Roten und Chardonnay, Semillon, Riesling, Chenin Blanc, Colombard, Sauvignon Blanc, Traminer, Verdelho und Muscadelle bei den Weissen.
Zwei rote Sorten sind auf den heute 140.000 ha Fläche (noch nicht alles im Ertrag) die wichtigsten: Shiraz vor Cabernet Sauvignon. Der Merlot steht hinter den weissen Chardonnay und Semillon an fünfter Stelle.
Blends / Cuvées
Eine australische Spezialität sind aufwändige Kompositionen eindrucksvoller Weine - Cuvées, wie sie erst seit Mitte der 90er Jahre in Mitteleuropa wieder Mode geworden sind. Der "Winemaker" wird hier im besten Sinne zum Komponisten geschmacklicher Harmonien. Die Distanziertheit mancher europäischen Zungen, die fest an "ihrer Rebsorte" kleben, schwindet rasch, wenn man einmal das intensive australische Geschmackserlebnis auf der Zunge gehabt hat. Vielleicht ist im deutschsprachigen Raum auch das Wort "Verschnitt" am schlechten Image mancher Cuvés schuld. «Blends» werden in Austraölien immer häufiger erzeugt, wobei hier nicht nur die drei wichtigen Roten (Shiraz, Cabernet Sauvignon, Merlot) eine Rolle spielen, sondern zusätzlich Cabernet franc und südfranzösische Weine wie Mourvèdre und Grenache. Die australischen Kellermeister verstehen sich auf die Kunst der Assemblage.