Der Tokajer
Die Mythologie sagt: " Auch der ungarische Himmel war voll von Göttern und wo Götter lebten, da wurden auch Feste gefeiert. Ganimedes, der Hofschenk der Götter, trat einmal mit einem vollen Pokal Wein zu Jupiter, konnte aber die Hitze, die aus dem Pokal kam, nicht aushalten und hat ein wenig von dem Wein ausgeschüttet. Gerade auf die Region Tokaj. Deshalb ist der Tokajer Wein dem Getränk der Götter so ähnlich."
Sage oder Wirklichkeit? Probieren Sie es aus!
Dieser Dessertwein aus Tokaj wird aus Beeren hergestellt, deren Lese spät ab dem 18. Oktober beginnt. Der Prozess der Weinlese in Tokaj wird deshalb so lange herausgezögert, damit der Schimmelpilz "Botrytis Cinerea" die voll- und überreifen Beeren befällt. Die Schimmelpilze durchdringen die Haut der Beeren, wodurch Wasser verdunstet, so dass sich Zucker- und Extrakt-Gehalt start erhöhen. Dadurch entstehen aromatische Trockenbeeren.
Die Puttonyos Bei z.B. dem 6 puttonyos Aszú werden 6 Butte (25 kg je Butte) Aszú-Teig auf ein Göncer Fass (136l) Most aufgegossen. Daraus wird der Aszu - Wein gewonnen. Bei den anderen Aszú´s entsprechend (3,4,5 put.).
Das Ergebnis sind besonders köstliche und noble Geschmackstoffe im Rebensaft, Aromen und Düfte, die nur dem Tokajer Aszú eigen sind.
Die Qualifikation der Tokajer Weine laut der Publikation des ungarischen Weinkollegiums:
1972 ausgezeichneter Jahrgang in Tokaj 1993 ausgezeichneter Jahrgang in Tokaj 1996 guter Jahrgang in Tokaj 1999 ausgezeichneter Jahrgang in Tokaj 2000 ausgezeichneter Jahrgang in Tokaj
Wir wünschen Ihnen viel Freude mit unseren Aszu - Weinen und Dessertweinen aus Tokaj!!
Wir freuen uns auf Sie! Genießen Sie Ihre edlen Tropfen.
Bodnár és Társa aus Tokaj (Mad) Das Weingut Monyók in Tokaj wurde 1972 nach alten Traditionen von Tokaj-Hegyalja entsprechend aufgebaut. Das Familienunternehmen verfügt über 8 ha Rebfläche auf erstklassigen Fluren.
Die Rebziehung basiert auf den drei Grundsorten Furmint, Lindenblättriger und Gelber Muskateller. Die traditionelle Weinzubereitung wird in dem aus dem 17. Jh. stammenden Keller durchgeführt.
Im firmeneigenem Museum sind alte Gerätschaften ausgestellt.
Welches Geheimnis steckt hinter den Tokajer Weinen, insbesondere dem Aszú? Diese Frage beschäftigt die Forscher schon seit Jahrhunderten, An den Rebsorten allein kann es nicht liegen, diese existieren auch anderswo bzw. wurden versuchsweise in mehreren Ländern angepflanzt; trotzdem konnte man keine Weine vergleichbarer Güte bereiten. Auch die in Tokaj-Hegyalja vorhandenen vulkanischen Böden kommen anderswo vor und das für die Entwicklung der edelfaulen Beeren so günstige Klima ist auch in anderen Weinregionen vorhanden. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren und bestimmt auch die feuchtigkeitsspendenden Flüsse Bodrog und Tisza, der Zeitpunkt der Weinlese, die Kelterungs- und Ausbaumethoden sowie die Keller sind ausschlaggebend für die einzigartige Qualität dieser Weine.
Tokaj-Hegyalja Tokaj mit seinen edelsüssen Botrytisweinen und körperreichen trockenen Weinen hat einen absolut einzigartigen Stil. Die aus den Sorten Furmint, Lindenblättriger und Gelber Muskateller hergestellten Aszú- und Szamorodni Weine suchen weltweit ihresgleichen, doch machen seit kurzem auch im Fass gereifte trockene Einzellagengewächse durch ihre zunehmend bestechende Hochwertigkeit von sich reden. Tokaj-Hegyalja ist Ungarns berühmteste Weinregion, deren Grenzen schon in 1737 ein königliches Dokument definierte. Das jetztige Weinbaugebiet ist ungefähr 5000 ha groß, wo Wein in 26 Siedlungen nach den strengen Regeln des ungarischen Weingesetzes produziert wird. Landschaftsbild und Böden Tokaj-Hegyalja gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Weinregion, die sich an den charakteristischen vulkanischen Zeltbergen des Zemplén emporrankt, breitet sich auf einer Länge von 40 Kilometern oberhalb des ausgedehnten Überschwemmungsbebiets de Bodrog aus. Ihre Grenzen markieren die ein imaginäres Dreieck bildenden zeltförmigen Berge bei Tokaj, Sátoraljaújhely und Abaújszántó. Der Zauber, der von Tokaj-Hegyalja ausgeht, verdankt sich nicht nur der überwältigenden Landschaft und dem magischen Gold der Wine, sondern auch den von einst reichen Bürgern und Adligen errichteten Marktflecken. Die vulkanischen Böden - am Kopasz-hegy von einer Lössschicht bedeckt - liefern die mineralischen Aromen, während die Flüsse Bodrog und Theiss die für die Botrytisbildung erforderliche Feuchtigkeit gewährleisten. Historisches zu Wein und Weinbau
Der Weinbau in der Tokajer Region kann auf über tausendjährige Vergangenheit zurückblicken, doch setzte die Produktion der edelsüssen Botrytisweine in ihrem gegenwärtigen Stil nur im 16.-17. Jahrhundert ein. Bereits in der 60-er Jahren des 16. Jahrhunderts beachtliche Weine in Tokaj hergestellt wurden. Lazarus Schwendi, Teilnehmer an den Kämpfen gegen die Türken in Ungarn sollte Weinreben in seine elsässische Heimat mitgenommen haben. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich die Region zu einem bedeutenden Weinexporteur. Begin des 18. Jahrhunderts hat die Weinexport in Tokaj wegen die diplomatische und geschäftsliche Kontakten des Fürstes Ferenc Rákoczi II Aufschwung genommen. Der Fürst finanzierte seine Kriegsausgaben auch aus die Einnahmen seiner Weingüter. Er führte eine erfolgreiche Weindiplomatie in Höfen von Carl der XII von Schweden, Augustus von Poland un Königin Anne von England. Er war oft Gast bei Louis XIV von Frankreich und beschenkte ihm regelmässig mit Tokajer Weinen. Aus dem Munde des Sonnenkönigs wird auch jener Ausspruch zugeordnet, demzufolge dem Tokajer das Prädikat Wein der Könige, König der Weine zuerteilt wurde: 'Vinum regum, rex vinorum' .
In dieser Zeit erreichte Tokaj seine Berühmtheit und die Weine aus Tokaj wurden von Königen bis Künstlern beliebt (Czar Peter der Grosse von Russland, Czarin Catherine der Grosse von Russland, Friedrich der Grosse, Voltaire, Goethe, Schubert) . Der Erfolg war noch größer, als der Tokajer von Ärzten als Medicin anerkannt wurde und unter dem Namen 'Vinum Tokajense Passum' in den 1800-er Jahren auch im ungarischen Medizienbuch erwähnt wurde. Rebsorten:Die Hauptsorten des Weinbaugebieters sind zwei spät reifende und gut edelfaulbare Sorten. Furmint trägt 60 % und Hárslevelű (Lindenblättriger) 30 %. Beliebt ist auch die Sorte Gelbe Muskateller, aber die wächst nur rund um 5 % des Tokajer Weingebietes. Seit 1990 darf man noch Zéta (Oremus) pflanzen und der Kövérszőlő kommt wieder zurück. Spezialität: Edelfaule Edelfäule ist die kosbartste Zuckerkonzentrationsform, die Tokaj-Hegyalja weltberühmt macht. Bei der Edelfäule in Tokaj spielen verschiedene Faktoren zusammen. Frische Luft und Bodennebel im Oktober mit relativer Wärme tagsüber unterstützen die guten Bedingungen für den 'Botrytis Cinerea' Pilz. Der Pilz perforiert die Beerenhaut und erhöht deren Wasserdurchlässigkeit, die Verdunstung von Wasser wird begünstigt, während die restlichen Inhaltsstoffe (Zucker, Geschmacks- und Aromastoffe) in der Traube zurückbleiben. Die Lese spät im Herbst erfordert Sachverständnis, weil die Beeren in Handarbeit von die Weintrauben aussortiert und für die Tokaj Weinspezialitäten verwendet werden. Keller Die Weinkeller werden derzeit schon fast nur noch für das Reifen der Tokajer Weine benutzt, wo die Tokajer Weinspezialitäten in 136 liter gönzer und 220 liter szerednyeier Eichfässer reifen. Frische Luft wird über Lüftungslöcher und 'Cladosporium Cellare' bedeckte Wände gesichert. Die Weinkeller zeichnen sich durch eine ideale Luftfeuchtigkeit (90-95%) und eine gleichbleibende Temperatur von 10 bis 12 Grad Celsius aus. Weinspezialitäten Tokajer Samoroder (Szamorodni) trocken und süss:'Szamorodni' is ein polisches Wort, bedeutet 'wie geerntet'. Alle gelesenen Trauben werden ohne Auslese gekeltert , was einen der deutschen Auslese entsprechenden Wein ergibt. Wenn fast der gesamte Zucker direkt zu Alkohol umgewandelt ist, entsteht ein trockener Wein aus Tokaj. Samoroder wird mindestens ein Jahr in halbvollen Fässern unter einer Hefehaut und ein Jahr in der Flasche gelagert. Wegen des Lagerungprozesses hat er ein Sherrycharakter (Geruch und Geschmack), aber der Unterschied liegt darin, dass man einen Samoroder ohne Alkoholzusatz nur mit edelfaulen Trauben produziert. Aszú és Aszúesszencia:Die Aszú és Aszúesszencia Weine werden ausschlieslich aus selektierten Trauben produziert. Most oder Jungwein wird zu der gesondert ausgelesenen Tockenbeerenmaische zugegeben und im Holzfass ausgebaut. Nach der Vergärung sollte der Tokajer Wein mindestens 2 Jahre lang im Holzfass und ein Jahr in der Flasche reifen. Erzeugnisse des Aszú sind vor allem der 3-bis 6-buttige, wobei 3 Butten mind. 60 g/Liter Restzucker, 4 Butten mind. 90 g/Liter Restzucker, 5 Butten mind. 120 g/Liter Restzucker und 6 Butten mind. 150 g/l Restzucker enthalten. Die Aszúesszencia erhält mind. 180 g/Liter Restzucker oder mehr. Essence:Essence ist vielleich der wertvollste Wein der Welt. Wegen sein hocher Restzuckergehalt (mind 450 g/Liter) und niedrigem Alkoholgehalt ist er nicht zum Trinken zu empfehlen. Er is eigentlich ein Saft, der sich während der gesondert ausgelesenen Trockenbeerenlagerung am Fassboden sammelt. Forditás, máslás:
Forditás (umkehren) und máslás (kopieren) sind Aszuweine aus Tokaj mit zweiten Maischeaufguss. Forditás wird von Aszutrester und Jungwein produziert und kann einen Zuckergehalt der 4-5 buttigen Aszuweine enthalten. Máslás wird von Aszugeläger und Jungwein produziert und ist ein Süsswein.
3. Alte und heutige Rebsorten Tokaji
Im Laufe der Zeit – seitdem Rotwein es schriftliche Tokaji Aufzeichnungen gibt – wurden in Tokaj (Ungarn Wein) etwa 150 Rebsorten erwähnt. Indem Tokajer ungarischen Schlägli-Vokabular (1400 – 1410) Wein man nur die „Zele“ (Rebe) und „vad Zele“ (Wildrebe) als Bezeichnungen finden. Im 15. Jahrhundert figurieren im Beszterceer-Vokabular schon die Namen „Muskath“ und Csemenge“ (Dessert). Rotwein Der türkische Reisende Evlija Cselebi (1611-1679) berichtet in seinem Werk Wein „Reisen in Ungarn“ Rotwein über die Rebgärten der Stadt Kassa (heute: Kosice in der CSFR), die in alten Zeiten noch zu dem Weingebiet gerechnet wurden. Er erwähnt auch mehrere Rebsorten. Unter anderem eine Tokajer „Wunderbare Rebe“, die verschiedene Beeren mit Tokaji vielfarbigen Traubenkernen trug. In einer Gartenbeschreibung aus dem 15. Jahrhundert Rotwein kommt auch der Name „Kecskecsesü (Geisdutte) vor.
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Balazs Szikszai Fabricius führt 1590 in seinem Werk schon 14 Rebsortennamen an. Der Kaufmann Paul Kéler erwähnte in seinem Buch „Über Rotwein die Reben Ungarns“ etwa 50 Rebsorten. Samuel Dombi aus Erdöbénye führt in seinem 1758 in Utrecht in lateinischer Sprache herausgegebenem Buchzum ersten Male folgende Tokaji Rebsorten an: Augusta, Albula, Tumidula undGemma. Über den Ursprung etlicher Rotwein Rebsorten sind verschiedene Auffassungen verbreitet. Die größte Unklarheit herrscht um die „Furmint-Rebe“. In Italien ist die Meinung verbreitet, dass der Furmint in den Jahren 1100 – 1200 von Tokaji italienischen Siedlern nach Ungarn gebracht wurde. Wein Andere wieder behaupten, dass die „Tocai-Rebe“ im 17. Rotwein Jahrhundert aus Venetien durch Prinzessin Aurora Tokajer Formentini eingeführt wurde, und hiervon würde auch sein Name stammen. Truels und andere Ampelographen leiten demgegenüber die italienische „Tocai-Friuliano“ aus Sauvignon Vert ab. Laut R. E. Gunyon kam der „Furmint“ im 13. Jahrhundert durch wallonische Winzer nach Ungarn, als König Béla IV. nach dem Rotwein Tatareneinfall verschiedene Siedler nach Ungarn holen ließ.
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Es gibt ungarische Fachleute, die behaupten, dass „Furmint“ eine alt-ungarischeRebe sei. Eindeutig bewiesen wurde aber auch dies nicht. Es ist jedoch eine Tatsache, dass sie nur in Ungarn allein ihren Höhepunkt erreicht und ihre charakteristischen Eigenschaften aufbewahrt hat. Wein In keinem anderen Weingebiet Tokajer der Welt findet man diese Rebe, in einen Wein mit solchen Eigenschaften erbringen würde. Nur in Tokaj ist sie die herrschende Rebsorte und gibt dem Aszu uns Szamorodni einen ganz eigen-typischen Charakter.
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Nach Rotwein anderen Berichterstattern kam die Furmint-Rebe aus dem Osten durch den Balkan nach Ungarn; sie wurde erst im 18. Jahrhundert Furmint genannt. Einige wollen diesen Namen aus dem italienischen Rotwein „Formien“, andere wiederum aus dem französischen „froment“ bzw. „frumentum“ ableiten. In Frankreich versteht man unter „Furmint“ auch auf Stroh getrocknete Beeren. Es Tokaji steht aber fest, dass in Tokaj (Ungarn Wein) Wein die Trauben nie auf Stroh Tokajer getrocknet wurden. Rotwein Höchstens ließ man sie 1 – 2 Tage vor der Verarbeitung abtrocknen, falls sie nass gepflückt worden waren. Eine alte Rebsorte war auch der Bakator. Einige Autoren behaupten, dass er von italienischen Rotwein Siedlern nach Ungarn gebracht wurde. Sein ungarischer Name wird von diesen Autoren aus dem „bocca d’oro“ abgeleitet. Andere schrieben, dass er aus der kroatischen Ortschaft Bukkari stamme; sie bezeichnen ihn als „uva buccara“. Es ist auch nicht völlig auszuschießen, dass der Name „Bakator“ von dem Stamm der Kabaren nach der Landnahme im Karpatenbecken der hier vorgefundenen Rebe gegeben wurde. Bakator ist nämlich auch ein alter kabarischer Tokajer Name. Der Sonnengott hieß bei ihnen Bak, Bakota oder Bakar. In Tokaj und am Tokajer Plattensee wird diese Rebe auch heute noch „Bakar-Traube“ genannt. Auch hier Tokaji wohnten in alten Zeiten kabarische Volksstämme. Diese Traube spielt heute in der Weinbereitung eigentlich keine Rolle mehr. Wein Im Laufe der Rotwein Zeit wurden die verschiedenen Rebsorten recht ungleich bewertet. Das Parlament des Jahres 1807, das für die Entwicklung des Rebanbau Tokajer und der Weinbereitung in Tokaj sehr umfassende Bestimmungen traf, schlug für den Tokaji Anbau nur insgesamt 16 Rebsorten vor. Dieses Gesetz hat übrigens den Anbau von „schwarzen Trauben“ noch nicht verboten, hat aber 30 Rebsorten auf Tokajer die Liste der „auszurottenden“ gesetzt.
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In einem ausführlichen Werk über Tokaj (Ungarn Wein) aus dem Jahr 1867 wurde Tokajer der heute wenig bekannte Rotwein Augster noch als bedeutende Rebsorte erwähnt. Auch in diesem Weingebiet trifft es zu, dass naturgemäß nicht alle Reben immer zu den allervorzüglichsten gehören. Wein Es ist aber dennoch leicht ersichtlich, wenn man an den Furmint und an den Lindenblättrigen denkt, Rotwein in welchem Maße der Boden und das Klima die Qualität einer Rebe und damit eines Weins steigern können. Tokaji Gegenwärtig findet man in dem Tokajer (Ungarn Wein) Weingebiet aus der Siecht der Weinbereitung nur drei Rebsorten: den Furmint mit einem Anteil von 55-60%, Tokajer den Lindenblättrigen, dessen Anteil 35-38% erreicht, und den Gelben Muskateller mit einer Beteiligung von etwa 4-5%.
FURMINT Bevorzugt die warme Lage, gegen Frost empfindlich. Sein Ursprung ist ungeklärt, Hauptanbaugebiet Rotwein Ungarn, in anderen Ländern nur in kleinerer Menge angebaut. Verträgt die Trockenheit nicht besonders gut. Seine Fähigkeit zur Trockenbeerenzubereitung (Aszu-Bereitung) ist sehr gut. Wein Traube: sehr abwechslungsreich, mittelgroß, locker; bringt hohe Erträge, späte Tokajer Reife. Beere: mittelgroß-groß, gelbgrün bis rotbraun, dünnschalig, gute Ausbrucheigenschaften. Wein: bringt einen ziemlich harten, robusten, alkoholreichen Rotwein Wein mit hoher Säure und typischer Frucht; von rassiger Eleganz mit feinem, unverwechselbarem Duft, trocken bis süß.
LINDENBLÄTTRIGEER (Hárslevelü)
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Auch er wird zu Aszu-Bereitung verwendet. Bevorzugt die warme Lage, kann aber Tokajer auch in Sand angebaut werden. Frostempfindlich. Aus Ungarn stammende alte Rebe. Tokaji Traube: groß, länglich, lose, bringt eine mittlere Ernte. Beere: mittelgroß, rund, weißgelb bis grüngelb. Wein Wein: betonter Charakter, süß-herbes Bukett, säurereich, aromatisch, würzig.
GELBER MUSKATELLER (Sárga Muskotály; Muskat Lunel) Bevorzugt die gute Lage, mag Sandgebiete nicht; frühreif, hat gute Frostbeständigkeit. Weniger Aszu-fähig als der Furmint. Traube: klein bis mittelgroß, dichtbeerig, gute Ernte. Rotwein Beere: mittelgroß, rund. Wein: stark duftend, aromatisch, gefällig, feurig, Muskatton. Der Duft nimmt mit Tokajer der Alterung ab.
Diese drei Reben liefern 99,5 % der Gesamternte. Rotwein
Während der bisherigen Geschichte des Weingebiets wurden insgesamt etwa 120 Rebsorten angebaut. Außer den soeben aufgeführten drei „herrschenden“ Sorten gibt es heute noch um die 40-50 bekannte weißen Rebsorten und Abkömmlinge, die in den Rebgärten oder in den Hausgärten – sporadisch – noch vorkommen, aber in der Weinbereitung praktisch keine Rolle mehr spielen. Rotwein
4. Historisch Weinberge – berühmte Besitzer Tokaji Wegen der ausgezeichneten Qualität und des Weltruhmes der Tokajer Weine habe sich im laufe der Jahrhunderte so manche Wein hervorragenden Persönlichkeiten (heute würde man sie als „Prominente“ oder VIP = very important persons bezeichnen) bemüht, ein Weingut gerade in diesem Weingebiet zu erwerben. Rotwein Der Kaiser hatte hier sein Weingut und seit 1711 auch der jeweilige König oder die Königin. Auch die Palatine des Landes und natürlich viele des Hochadels.
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Aber auch Städte, Gemeinden und verschiedene Körperschaften haben hier Weingüter besessen. So hatten auch die Städte Kasse, Eperjes, Löcse, Bártfa und Kisszeben Weinberge in dem Tokajer Weingebiet. Von den Kirchen waren es die Bistümer Szepes und Eger, von den Pauliner: sie alle ließen hier Weinbau betreiben. Tokaji Auch Ausländer haben sich bemüht, in den Weinregionen einen Weinberg zu Wein besitzen. So haben hier auch die russischen Zaren Weinberge nicht nur gepachtet, sondern sogar als Besitz erworben. Rotwein In der Geschichte Ungarns findet man kaum eine wirklich namhafte Familie oder Aristokraten, Magnaten, die hier kein Weingut besessen hätten. Tokajer Der Besitz eines Weinberges in Tokaj (Ungarn Wein) ist zum Statussymbol geworden; er blieb es auch Jahrhunderte lang. Die Flur- und Lagennamen waren durch Jahrhunderte noch identisch mit dem Namen ihrer früheren Besitzer. Im Weingebiet der Stadt Tokaj sind 176 solche Lagenamen bekannt, von denen 52 heute noch benutzt werden. (Leider nicht auf den Flaschenetiketten!) Rotwein In Tokaj haben noch folgende adlige Familien Weingüter: Die fürsten Szapolyai; Gábor Bethlen; István Bocskai; István Báthori; Graf Andrássy; Graf Brunswick; Graf Buttler; Graf Eszterházy; Graf Sztáray; Graf Szirmai; Graf Teleki; Tokaji Döry; Baron Meskó; Baron Lutzinsky; Baron Patay, Baron Josika. Wein Weiterhin werden die namhaftesten und bekanntesten Lagen in einigen Ortschaften sowie auch die Familiennamen aufgezählt, die dort Weinberge gehabt haben:
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TARCAL Weinbergslagen: Szarvas; Királygál; Mandulás; Mester und Barát. Famielein: Hunyadi, Szapolyai, bethlen, Graf Andrássy, Graf Csáky und die Orden Prämonstratenser und Paulaner.
MÁD Weinbergslagen: Királyhegy, Urágya, Nyulászó, Szent Tamás und Birsamás. Familien: Graf Eszterházy, Graf Csa´zy, Graf Csa´ky, Graf Andra´ssy, Graf Battha´nyi, kazinczy, Patay Dereki und Borsai. Wein
TÁLLYA Weinbergslagen: Görbe, Hasznos, Nyerges, Messzelátó, Meszes und Bányász. Tokajer Familien: Graf Szirmay, Baron Mailáth, Graf Barkóczy, Baron Vécsey, Baron Sponer, Barczay, Berzeviczy, Görgey, Bulyavszky, Fürst Rákóczi und Báthori.
MEZÖZOMBOR Rotwein Weinbergslagen: disznófö, Galambos, Csákány, Király, Kapy und Nagy Lajos. Familien: Graf Lónyay, Graf Andrássy, Erzherzog József, Fürst Rákóczi. Tokaji BODROGKERESZTÚR
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Familien: Rozgonyi, Fürst Rákóczi, Fáy, Erdödy, Graf Szirmay, Wein Herzog Hohenlohe. Tokajer ERDÖBÉNYE Weinbergslagen: Diós, Omlós. Familien: Perényi, Pálóczy, Lórántffy, Graf Szirmay, Rákóczi-Aspremont, Erdödy, Ferenczy, Kolozsy. Rotwein OLASZLISZKA Weinbergslagen: Palandor, Csontos, Narancs, Mandulás und Meszes. Tokajer Familien:L Fürst Bocskai, Wein Perényi, das Bistum von Szepes.
BODROGOLASZI Familien: Herzog Lónyai, Kállay und Zsedényi. Rotwein
TOLCSVA Weinbergslagen: Szentvér, Kincsem, Gyopáros, Királyszölö, Mandulás, Melegmáj und Ciroka. Tokajer Familien: Baron Waldbott, Wein Graf Niczky, Görgey, Graf Szirmay, Kállay, Viczmándy, Dessewffy, Pethö, Ghillányi, Serédy und Andrássy. Tokaji
SÁROSPATAK Weinbergslagen: Megyer, Királyhegy, Hotyka, Szegfü. Familien: Laczay, Szemere, Metzner, Eperjessy. Tokajer
SÁTORALJAÚJHELY
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Weinbergslagen: Nagykáté, Melegoldal, Szárhegy, Boglyoska, Vereskapu, Várhegy, Köveshegy Viola und Szemszúró. Familien: Graf Széchenyi, Graf Cebrian, Wein Graf Sennyey, Graf Sztáray, Baron Waldbott, Baron Balassa, Graf Mailáth, Herzog Windischgrätz, Nyomáskai, Kossuth, Görgey, Ambrózy, Laczay, Graf Szirmay, Izsepi, Adriányi, Szentiványi, Fáy, Tokaji Bessenyei und der Piaristen-Orden. Tokajer
Die Aufzählung ist – schon aus Umfangsgründen – nicht vollständig. Sie beinhaltet also nur Beispiele. Und Wein doch kann der Kundige, ja auch schon der Rotwein Interessierte gerade aus diesen hier aufgeführten Beispielen tiefe Einblicke in bestimmende Teile der ungarischen Geschichte tun: Viele der hier aufgeführten Familien haben vom früheren Mittelalter bis zum Ende des Ersten Weltkriegs durch diplomatisches Wein Wirken, wirtschaftliches Gestalten und hohe Tokajer militärische Führungskunst in ganz Europa anerkannte Namen gehabt. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Staatsgüter und Produktionsgenossenschaften die alten historischen Lagebezeichnungen leider Wein in kärgliche, phantasielose „Betriebsmarkierungen“ umgeändert. Sie wollten auch mit dieser Maßnahme mit den ehedem Herrschenden „abrechnen“: Sie haben dabei dem Ruf nicht nur der Tokajer Weine Schaden zugefügt! So lautet z.B. ein alter, traditionsvoller Lagename Tokajer nachher: Tafel I, Tafel II usw. oder VII/1, VII/2 usw. Kleine Mosaiksteine innerhalb eines langfristigen Programms; weg mit den alten Traditionen! Heute haben noch einige große lagen wie z.B. Szarvas, Hétszölö, Rákóczi, Kincsem, Pajzsos usw. zwar noch alte Bezeichnungen, Wein die aber nur in den Betriebsbüchern, nicht bei dem getrennten Ausbau oder den Weinbezeichnungen Tokaji aufgeführt sind. Deswegen findet der Freund der Aszu-Weine (ungarische Weine)keine solchen Flaschen Rotwein im Handel, die die alten Lagebezeichnungen tragen. Als Trost kann er aber nach alten Flaschen jagen, die die Etiketten der erwähnten Lagen oder Familien – vielleicht noch aus früheren Jahrhunderten – Wein Tokajer tragen.
Die Weinberge der Zaren
Die Aufzählung berühmter Weinbergbesitzer wäre freilich zu lückenhaft, falls man nicht erwähnen würde, dass auch die russischen Rotwein Zaren hier Weinberge gepachtet, ja sogar besessen haben, und zwar fast 100 Jahre lang.
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Schon Peter der Große suchte nach der Möglichkeit, in Tokaj Weingüter zu kaufen. Tokajer Bis zum Ende des Rákóczi-Freiheitskampfes sind die Tokajer Weine ohne besondere Hindernisse nach Russland gelangt. Dies war in erster Wein Linie den guten Tokaji Beziehungen zwischen dem Zaren und dem Fürsten Rákoczi zu verdanken. Nach dem Zusammenbruch des Aufstandes 1711 haben die Weinlieferungen bedeutend abgenommen. Anfang des 18. Jahrhunderts schickte Peter der Große des aus einer griechischen Handelsfamilie stammenden Hauptmann Paraskevic und den Gardeunteroffizier Jermolaj Korsakow nach Ungarn, um 300 Fass ungarischen Wein zu kaufen. Als Tokajer Rotwein Tauschware hatten die Russen Felle im damaligen Wert von etwa 10 000 Rubel mitgeführt. Der Kauf wurde abgewickelt, aber die polnischen Behörden hatten während des Transportes unter Bezug auf verschiedene Abgaben – unerwartet – etwa die Hälfte der Sendung beschlagnahmt. Im Jahr 1716 reiste Grigorjev Savva aus demselben Anlass nach Ungarn und kauft dort Wein ein. Die nach fahren Peters des Großen, Katharina Wein I. und Peter II., Tokajer haben für Tokajer Weine von der Wiener Hofkammer eine Zusicherung für zollbegünstigte Lieferungen erhalten gehabt. Dadurch nahm auch das Interesse des Hofes und der vornehmen kreise in Wien dem Tokajer gegenüber weiter zu. Die Tokaji Lieferungen aber stockten weiterhin. Deswegen hat die Regentin Anna Ivanovna im Juni 1733 die „Kommission der Ungarisch en Weine“, oder wie sie in Ungarn immer genannt wurde, die „Russische Weineinkaufskommission“ in Tokaj gegründet. Mit deren Leitung wurde der Oberstleutnant Fjodor Visnyevskij Tokajer beauftragt. Ein am 6. April 1745 datierter Erlass der Zarin Elisabeth schreibt dem Oberstleutnant vor, nur die besten Weine Rotwein und diese ausschließlich von den Herstellern zu kaufen. Der Jahresauftrag galt für den Kauf von 500 Antal Wein (Ein Antal-Fass enthält etwa 75-78 Liter).
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Die Kommission hatte sich in der Stadt Tokaj eingerichtet. Sie arbeitete fleißig, und die Lieferungen wurden aufgenommen. Wein Sie kauften fertige Weine, aber auch Aszu-Beeren und ließen diese zu Aszu aufbereiten. Der Kauf von Aszu-Beeren Tokajer war in diesem Weingebiet für Ausländer verboten, dies aber war der Kommission Tokaji anfangs nicht bekannt gewesen. Rotwein Die Transporte erfolgten bis zur Weichsel auf Fuhrwagen, dann auf dem Fluss mit Flößen, von Gdansk (Danzig) an weiter auf Schiffen der Zaren-Flotte. Visnyevskij wurde beauftragt auch Weinberge und Weinkeller zu pachten, um mit der Hilfe von Tagelöhnern und Winzern, Wein möglichst preisgünstig selber zu bereiten. Der Grund dafür war, dass die Weine anfangs zu teuer eingekauft wurden. Auch die Kosten der Kommission und der Lieferungen lagen über den Erwartungen. Deswegen hat die Regentin Anna Leopoldova im Jahr 1740 die Tokajer Tätigkeit der Kommission vorübergehend eingestellt. Einige Jahre lang haben dann die griechischen Wein Weinhändler Dimitrij und Atanas paraskevic und Diamold Altenzsi den Hof der Zaren mit Tokajer-Wein versorgt. Die Kommission konnte ab 1746 einige Weinberge für längere Zeit pachten. Ihre Bemühungen aber, Weinberge auch käuflich zu erwerben, blieben wegen der Tokaji ungarischen Landesverordungen für Weinanbau usw. erfolglos; nur erlassene Weinberge konnten erworben werden.
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Visnyevskij starb 1749 in Tokaj (Ungarn Wein), aber die Kommission arbeitete unter Leitung des Majors Zsolobow, dann unter Major Rasog weiter; zuletzt leitete sie der Hauptmann Sawa Gorew. Bis 1798 hatte die Kommission einen Personalbestand von 35-40 Personen. Ihre Arbeit wurde leider von den wechselnden Tokajer politischen Bündnissen, durch die Eigeninteressen der Habsburger und der Landesbehörden oft behindert, verhindert. Rotwein Weder der Wiener Hof noch die ungarischen Obrigkeiten Wein hatten die kommerzielle Bedeutung der Tätigkeit dieser Kommission richtig erkannt: Sie hat nämlich nicht nur Weine (Ungarn Wein) gekauft, sondern inzwischen auch Tuch und andere Ausrüstungen für die Soldaten der zaristischen Armee. Sie zahlten zuerst mit Marder- und Zobelfellen, später auch mit Gold. Tokaji Im Jahr 1752 begann ein Jahrzehntelanger Rechtsstreit wegen der für Weingärten und Häuser zu zahlenden Abgaben. Er endet mit der „Zurücklösung“ der Liegenschaften durch die Kammer, worauf Zar Peter II. im Januar 1798 die Arbeit der Kommission endgültig eingestellt und die Belegschaft nach Russland zurückbeordert hatte.
5. Auf den Spuren der Tokajer Weinstöcke
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Zwei Humanisten vom hof des Königs Matthias (1458-1490) haben eine legende über die Tokajer „Goldrebe“ verbreitet. Marzio Galeotto, Annalist des Königs, berichtet im Wein Kapitel XXVI seiner Chronik, Tokajer dass gold im Ruten- und Fadenform um und in den Weinreben von Tokaj wüchse. Diese Fäden seinen leicht zu biegen, und er selber trüge einen so gefertigten goldenen Ring. Pietro Ranzano schreibt in seinem Buch „Epitome rerum Ungaricum“ über Goldreben, Tokaji die er selber gesehen habe. Die weltberühmte Autorität der Heilwissenschaft des 16. Jahrhunderts, Philippus Tokajer Aureolus Paracelsus, Professor an der Universität Basel, besuchte im Jahre 1524 Ungarn und schrieb in seinen Notizen: „Als Wein ich Oberungarn besuchte und meinen Weg über Tokaj und Umgebung, Mád, Tracal, Tállya nahm, habe ich mit meinen eigenen Augen ein – vom Gastgeber durchgeschnittenes – Rebenholz gesehen, in dem Tokaji längliche Goldfäden liefen, mit denen man zu spinnen pflegte.“ Wahrscheinlich kam der damalige Glaube, dass die Weine um Tokaj ihre ausgezeichnete Qualität aus dem, in dem tiefen Schoss der Früheren Vulkane verborgenem Gold schöpften, aus diesen drei Quellen. Rotwein Diese Mär verbreitete sich auch noch in den Jahren 1600 – 1700. Verschiedene Legenden haben diese Vermutung weiter bekräftigt. So schrieb Werner Everhardt Happel, deutscher Arzt und Romanschreiber (gest. 1690), in seinem Buch „Thesaurus Exoticorum“ über einen Leibeigenen, der im Weinberg des Adligen Tokajer Walpataky ein Rebholz aus Wein Gold gefunden habe. Nach einer Erzählung des Hofarztes des Fürsten Zsigmond Rákóczi fand man auf dem hoheitlichen Tisch bei einem Festessen eine Traube, die goldene Kerne hatte.
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Über diese phantastischen Geschichten hat man 1779 endlich eine Erklärung gefunden. Die Regentin Maria Theresia ließ die Trauben nach Wien bringen und im Laboratorium der Universität untersuchen. Dort wurde festgestellt, dass die in Gold glänzenden Beeren mit Gold nichts zu tun hatten. In den Beeren glänzten nämlich, von Sonnenstrahlen verdickte, harzige Beerensäfte. Tokaji
Die Legende des goldenen Rebholzes hat sich also zerschlagen. Aber sie lebte im Volksmund weiter, und die Weine, die in dem Gebiet gekeltert wurden, sie wurden vom einfachen Volk immer noch mit gewisser Ehrfurcht und Mystik betrachtet. Die Legenden haben sich im Laufe der Zeit Wein auch im Ausland verbreitet. Man hat Tokajer die Reben aus Tokaj (Ungarn Wein) in verschiedene Länder der Welt hinausgebracht: Wenn schon nicht Gold, dann hoffte man zumindest ähnlich gute Weine wie in Tokaj (Ungarn Wein) gewinnen zu können. Demeter Görög (1760-1833) berichtet in seinem Werk über Weinreben aus dem Tokajer Weingebiet in Spanien, in Frankreich, in Italien und im deutschen Rhein-Weingebiet.
Zum ersten Mal sind Reben aus Tokaj 1420 – in der Zeit von König Siegmund – in Tokajer die Umgebung von Cotnar (Rumänien) gelangt. Ein katholischer Pfarrer, Perter Tokaji Zöld, bereiste 1776 die Moldau; seine Reise wurde im „Ungarischen Magazin“ von dem Pressburger Senator Karl Windisch beschrieben. Demnach sind ungarische Siedler aus Siebenbürgen in das Moldau-Gebiet geraten. Sie lebten in neun Kirchspielen; man nannte sie „Csangen“. Sie haben ihre ungarischen Vor- und Familiennamen Jahrhundertelang beibehalten. Zum Kirchspiel von Jasi gehörte das von Ungarn bewohnte „Kutvar“. Nach der Überlieferung wurden die Reben aus Tokaj von diesen Siedlern nach Cotnar mitgenommen. In der Gegend wächst übrigens auch sonst ein guter Wein (Ungarischer Wein), und man findet auch heutzutage mehrere Zeugnisse ungarischer Besiedlung. Nach den Forschungen des rumänischen Tokajer Historikers Aurel Leon wurden diese Siedler von König Matthias dem Moldauer Fürsten Stephan III. „geschenkt“.
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Die nächsten Spuren von Weinreben aus dem Tokajer Weingebiet Wein führen nach Westen. Lazarus Freiherr von Schwendi, oberster Feldhauptmann und Rat Kaiser Maximilians II., hat am 4. Februar 1565 die Erstürmung der Tokajer Burg – im Besitz des Fürsten János Zsigmond, verteidigt von Ferenc Némethy – befohlen. Als der Burghauptmann Némethy am 11. Februar einen Kopfschuss erhielt und den Tokaji Verteidigern freier Abzug gewährt wurde, hat Freiherr von Schwendi die Burg eingenommen; er erbeutete eine Million Forint und 4000 Ohm Wein. In seinem bis 1568 andauernden Feldzug hatte der Freiherr von Schwendi noch genug Zeit gehabt, Tokaj (Ungarn Wein) und die Tokajer Weine kennen zu lernen. Letztere haben ihm Tokajer wahrscheinlich vorzüglich geschmeckt, er ließ nämlich beträchtliche Teile der Umgebung seines elsässischen Schlosses in Kientzheim und die sanften Abhänge der Stadt Colmar mit aus Tokaj Funderweise mitgebrachten Reben bepflanzen. Als Schwendi ins Elsaß zurückkehrte, da nahm er Wein angeblich auch einige ungarische Winzerfamilien mit. Sein Denkmal – Weintraube in der rechten Hand – steht er dem alten Zollhausplatz in Colmar, etwa die Dienste symbolisierend, die er dem Weinbau im Elsaß erwiesen hat.
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In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts (etwa nach 1560), als Frankreich ein Tokajer gewisses Interesse für edle, neue Rebsorten zeigte, kamen ungarische Reben auch Tokaji in andere französische Weingebiete. Die Bekanntschaft mit dem Aszu-Wein (ungarische Weine) hat auch in Russland die Tokaji Begehrlichkeit geweckt, ungarische Reben – besonders die von Tokaj (Ungarn Wein) – anzupflanzen. Aus dem Brief von Peter dem Großen an den Herzog von Dolgorukij, datiert am 2. Februar 1711, ist bekannt, dass er für die Tokajer Erneuerung des Rotwein Rebbstandes seines Weingutes von Asov Reben aus dem Tokajer Weingebiet pflanzen ließ. Ein Drittel der bestellten Sendung wurde in Asov, zwei drittel in Astrachan angepflanzt. Im Jahr 1722 nahm der Zar die Bepflanzungen selber in Augenschein und beorderte Samuel Turkoly, einen kurutzer Oberoffizier, nach Astrachan, um den dortigen Weinbauern die Kniffe des ungarischen Weinbaus und der Weinbehandlung beizubringen. Nach dem Tod von Turkoly sind die Rebpflanzungen in Astrachan sehr heruntergekommen. Mit der Tokajer Erneuerung wurde 1752 Ivan Porobics, ein eingewanderter serbischer Wein Offizier, beauftragt, der von 1746 bis 1748 in der Tokajer Weinankaufkommission tätig war. Ihm leistete Ingenieur J. Veseluhin Hilfe, der ebenfalls eine längere Zeit als Mitglied der Kommission in Tokaj gearbeitet hatte. Die Rebsorten wurden aber Tokaji nicht nur in den staatlichen Weingebieten, sondern auch auf Privatgütern des Hochadels angepflanzt.
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Später, auf der für Weinbau sehr geeigneten Halbinsel Krim hat man Rotwein Versuchspflanzungen von aus Tokaj gelieferten Reben gesetzt. Im Jahr 1784 hatte die Weinankaufskommission von der Hofkanzlei einen Auftrag für den Kauf von 38 Tokajer 000 Reben erhalten. Unter Aufsicht des zaristischen Unterleutnants Jurij Bimbolassar, Sohn des in Tokaj (Ungarn Wein) lebenden griechischen Weinhändlers Bimbolassar, und des Flaggleutnants Vasilij Poreczanyin wurden im Januar 1785 19.000 Reben nach Russland geliefert. Hiervon verpflanzte man in Fundukli 6000 und neben Starij Krim 5000 Stück. Der Rest wurde in der Umgebung von Kacha und Sudak angepflanzt. Um den Erfolg voranzutreiben, wurden auch drei Tokajer Winzerfamilien für drei Jahre angeworben, sie reisten alsbald nach Russland. Laut Aufzeichnungen des Wein schon erwähnten Demeter Görög wurden jedoch schon am Ende des 17. Jahrhunderts mehrere Tausend ungarische Reben für die Burg Chotym geliefert und angepflanzt.
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Wie schon gesagt: Es gab und gibt keine ausgesprochen Tokajer (Ungarn Wein) Tokaji Rebsorten. Trotzdem findet man in der russischem Ampelogie die aus Tokaj (Ungarn Wein) ausgelieferten Rebsorten unter den Tamen „Tokajski“ und Tokajer Krupnij“.
Wir erwähnten bereits am Anfang dieses Buches, dass einige Rebsorten aus Italien nach Ungarn gebracht worden sind. Doch ob später etwa auch Reben aus dem Tokajer Weingebiet nach Italien geraten sind, das bleibt nur eine Vermutung. Die in der Árpáden-Zeit nach Tokaj übersiedelten italienischen Winzer sind später Rotwein wahrscheinlich nach Friuli zurückgekehrt. Man begegnet in Friuli öfters den Wein Namen Toccai, Tocai und Tokay. Es wäre schon interessant zu erforschen, seit Tokajer wann und wie diese Namen in italienische Urkunden und Dokumente hineingekommen sind. Falls italienische Winzer wirklich aus Ungarn zurückgekehrt sind, kann man mit gewisser Wahrscheinlichkeit annehmen, dass sie auch Reben mitgenommen haben. Tokaji Wer würde glauben, dass eine Sieldung mit dem Namen Tokaj (Ungarn Wein) sogar noch in Südafrika existiert? Sie liegt südlich von Kapstadt und wurde angeblich von ungarischen Siedlern, die nach der Niederschlagung des ungarischen Freiheitskampfes (1848) ausgewandert sind, gegründet. Diese Emigranten haben sicherlich auch Reben mitgenommen. Ob diese aus dem Tokajer Gebiet waren oder Tokajer nur der „Romantik“ wegen so genannt wurden, das ist freilich fraglich.
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Die Weinreben aus Tokaj (Ungarn Wein) gelangten nach Wein einigen älteren, aber nicht nachgewiesenen Quellen auch noch Kalifornien. Ágoston Haraszthy wanderte als junger Mann in die Vereinigten Staaten aus und führte in Kalifornien in den Tokajer 1840er Jahren schon die ersten größeren und systematischen Rebanpflanzungen Tokaji durch. Man betrachtet ihn als den „Vater“ der kalifonischen Weinkulturen. Er gründete dort Wein die Siedlungen Sauk-City und Sonoma sowie die „kalifornische Weinbauer Gesellschaft“, ebenfalls auch eine Weinbauschule in Sonoma-Stadt. Er sammelte die besten Rebsorten in Europa und experimentierte mit diesen auf seinem großen Weingut in Kalifornien. Rotwein Anläßlich seines 150. Geburtstages würdigte der Staat Kalifornien seine Tätigkeit in einer Resolution. Sie lautet: „Ihm ist es zu danken, dass die Rebflächen Kaliforniens von 7000 Acre im Jahr 1860 auf 460 000 Acre bis zum Tokaji Jahre 1960 gewachsen sind. Er ist der Vater der Verbreitung der Rebkultur Tokajer und er gestaltete Kalifornien zum Rebgarten der Vereinigten Staaten. Ihm gebührt Dank Rotwein dafür, dass etwa 80% der Weinproduktion der Staaten in Kalifornien geerntet wird.“ 1962 wurde in Sonoma sein Denkmal mit der Inschrift aufgestellt: Ágoston Haraszthy, Sohn Ungarns – Pionier Kaliforniens. Sonoma – Tokaj 1812 – 1860.“ Das alles klingt zwar recht schmeichelhaft für die Ungarn, aber zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Haraszthy wahrscheinlich keinerlei Furmint-, Lindenblättriger- oder gar Muskateller-Reben aus Wein dem Ursprungsweingebiet in die USA eingeführt hat. Inseinen Schriften hat er selber nichts darüber erwähnt. Tokajer Andererseits ist es kaum zu erklären, warum er, der aus Ungarn stammende Adlige, aus dem damals schon längst weltberühmten Tokajer Weingebiet keine Rebsorten unter seinen 165 mitgebrachten, besten europäischen Sorten gehabt haben sollte. Auf der Weinausstellung in Kalifornien im Jahre 1859 haben zwei Haraszthy-Weine mit den Namen „Monise“ und „Tokay“ die allerbesten Wertungen erreicht. Dieser „Tokay-Wein“ hat aber mit den original ungarischen Tokajer-Weine (ungarische Weine)n keinerlei Verwandtschaft gehabt.
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Haraszthy war ein sehr unternehmungslustiger Mensch, mit einer außergewöhnlich lebhaft-kreativen Phantasie ausgestattet. Für ihn war auch das möglich, was sich Tokaji andere kaum vorstellen konnten.
6. Alte Weinberggesetze
Seitdem Rebe und Wein (Ungarn Wein) existieren, Wein seitdem gibt es auch Gesetze, Gewohnheitsrechte und Volksbräuche, die mit diesen beiden zu tun haben.
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Die Gewohnheitsrechte sind älter, die Gesetze folgen erst später. Letztere Tokajer entstanden immer dann, wenn ein wirtschaftlicher, ein gesellschaftlicher Konflikt ihre zwingende Notwendigkeit erforderten. Rotwein Das erste schriftliche ungarische Gesetz, in dem auch die Weingüter erwähnt wurden, erließ um 1100 König Kálmán. Im 17. Kapitel des I. Buches seines Dekrets ist festgelegt: „Weingüter, Häuser und Güter sollen immer im Besitz derer bleiben, die sie zu erhalten haben.“ Bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts brauchte man in Tokaj (Ungarn Wein) eigentlich keine umfassenden oder Tokajer besonderen Weinberg- und Weingesetze, weil die Marktflecken in dem Weingebiet Tokaji sein dem 16. Jahrhundert über einheitliche Weinbergordnungen verfügten. Andererseits haben die allgemeinen Gesetzbücher die anerkannten Rechtsgewohnheiten in den Marktflecken schon beinhaltet. Rotwein Die landesgesetzte regelten in diesem Zeitabschnitt ausschließlich die Eintreibung der nach Weinberg und Weinernte Wein fälligen Neuntel- und Zehntel-Abgaben sowie Lieferung und Verkauf von Weinen. Am Anfang des 18. Jahrhunderts haben in das Weingebiet eingesiedelte Fremde im Tokajer Handel gewisse Konflikte ausgelöst. Deswegen wurden von dieser Zeit an Gesetze geschaffen, die es den Händlern ohne Weinbergbesitz verboten, Weingüter, Weintrauben und Weine für den Wiederverkauf zu erwerben. Die Gesetze wurden eigentlich im Interesse der Weinqualität geschaffen und auch, um den Verfall der Weingüter zu verhindern. Sie wurden jedoch von den Händlern durch Pachtverträge und Hypotheken umgangen, die die berühmten „Löcher“ im Tokaji Gesetzeszaun fanden.
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Viel interessanter und typischer als die allgemeinen Gesetze sind die Weinbergordnungen. Die ältesten stammen aus dem Jahr 1561. Diese sind aber Tokajer verloren gegangen, und man kennt sie Wein nur aus späteren Hinweisen und Berufungen. Die ersten komplette Weinbergordnung, die uns überliefert ist, wurde 1641 in der Gemeinde Mád zusammengestellt; sie besteht aus 48 Punkten. Sie wurde in lateinischer Sprache niedergelegt und als „Puncta Regulamenti Culturae Vinearum“ betitelt. Hier sollten jetzt einige ihrer Festsetzungen genannt werden: - ein guter Rebenpfahl kann 17 Jahre lang verwendet werden; Tokaji - zum Feuermachen dürfen nur völlig unbrauchbare, alte, zerbrochene Pfähle benutzt werden; - Pfähle dürfen aus dem Weinberg nicht heimgebracht werden; - Der Weinberghüter soll persönlich wachen, Wein er darf für sich niemanden als Tokaji Ersatz einstellen; - Schlechte, flüchtige Hauarbeit wird mit Geldstrafe belegt;
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- Wer von anderen Weinreben stiehlt, dem wird eine Hand abgeschlagen; - Wer die Instandhaltung der Weinberge vernachlässigt, bekommt eine Tokajer Geldstrafe; - Es ist verboten, zwischen die Rebzeilen Kürbis, Rüben oder türkischen Weizen zu pflanzen… Fürst Imre Thölöly hat seine Weinbergordnung am 3. März 1684 veröffentlicht. Viel ausführlicher war die des Fürsten Ferenc Rákóczi II., in der er seine anlässlich einer Rhein –Weinreise erworbenen Erfahrungen einarbeiten ließ. Eine Tokajer Neuausgabe erschien 1706. Diese Weinbergordnungen sind neben ihrem historischen Wein Wert auch deswegen wertvoll, weil sie alle Phasen des damaligen Weinbaus einschießen und zugleich Tokaji zahlreiche Angaben über die Lebens- und gesellschaftlichen Verhältnisse des jeweiligen Weingebiets enthalten. Rotwein Außer diesen Weinbergordnungen findet man in den Gesetzbüchern von fast allen Gemeinden auch Verfügungen über die Reben und den Wein. Besonders die in den Tokajer Ortschaften Tokaj, Mád, Tállya und Tarcal aufgefundenen Gesetzbücher geben sehr viele Informationen über Weinverkauf und Weinzehnt. Rotwein Auch die aus dem Weinzehnt eingeflossenen Weinmengen werden erwähnt, und so kann man auf die jeweiligen Ernteergebnisse Wein schließen. Die Weinernte erreicht z. B. um 1600 in der Stadt Tokaj nach den Weinzehntpflichtigen Weingütern etwa 800-1000 hl. Die vom Weinzehnt befreiten Weingüter produzierten etwa die gleiche Menge. So kann man die Gesamtweinmenge mit um die 2000hl veranschlagen. Tokajer
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In den Rechtsnormen über den kauf von Wein Weingütern herrschte das so genannte „Blutgesetz“. Dies schrieb vor, er im Falle eines Angebots in diesem Gebiet ein Weingut erwerben konnte. An erster stelle kamen die Blutsverwandten. Falls aus Tokajer diesem Kreise niemand kaufen wollte, dann konnten zuerst die Nachbarn, und wenn auch diese keine Kaufabsicht hatten, Wein konnte jedermann aus der Ortschaft das Weingut erwerben. Fremde kamen erst nach den Einwohnern der Ortschaft an die Reihe. Für Ausländer war der Erwerb von Weingütern verboten. Sie haben aber sich Weinberge als Hypothek verschreiben lassen, oft sogar für 30-50 Jahre. So kamen Tokajer auch die russischen Zaren zu fünf Weingütern und kellern in der Stadt Tokaj.
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Falls jemand einen brachliegenden Weinberg fand, Wein ihm bearbeitete und drei Jahre Tokaji lang kein Protest oder keine Mißbilligung erfolgte, so konnte der Weinberg in seinen Besitz übergehen. Auch Visnyevskij, Resident des Zaren, „fing“ sich so seinen Weinberg. Auch der Verlauf eines Kaufprozesses war interessant und streng in seinem Ablaufritual geregelt. Käufer und Verkäufer mussten gemeinsam vor dem Magistrat der Stadt erscheinen, um die Erwerbung anzumelden und den Kauf mit dem Tokajer Amtssiegel gültig werden zu lassen. Danach wurde der Kauftrunk, der so genannte „Ukkon-Becher“ getrunken; dies war nicht etwa ein einfach er Kauftrunk, sondern ein uralter, ernster und feierlicher Akt. Das Gesetzbuch von Tállya aus dem Jahr 1615 beschreibt ausführlich die „Art und Wein Beständigkeit des Kauftrunks“.
7.Patrone der Weinberge
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Die Menschen betrachteten den Wein zu jeder Zeit als eine Quelle irdischer Freude, als eine göttliche Gabe. Weil wein ihr allerliebstes Getränk war, opferten sie ihn auch den Göttern. Wein galt als Opfertrank bei Persern, Griechen und Römern, aber auch bei den Juden und germanischen Völkern. Der 23. April war im Römischen Rech die Zeit der Tokajer Vinalien, der Weinopferung. Dieser Brauch verbreitete sich im 11.-12. Jahrhundert auch bei den Christen, und er war bis Wein zur jüngsten Vergangenheit noch anzutreffen. In der katholischen Lithurgie – Rituale Romanum – war die Segnung der Rebe und des Weins eine althergebrachte Sitte. Adolf Franz führt in Tokaji seinem Werk „Die kirchlichen Benidiktionen im Mittelalter“ einige Texte der Segnungen von Reben aus dem 12. Jahrhundert an. Hier ein Beispiel in lateinischer Sprache:
Deus qui spiritalis vinee tus
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Toto orbe palmites extendisti, mentium nostrarum Tokaji Intentiones ad fructum boni operas prouhe, his Quoque vineis benedictions tus rorum infundens, a cunctis tutam infestationibus auge fructum largitatem.
Die alten sakralen Formen sind auch bei den Winzern in Tokaj (Ungarn Wein) zu spüren, zwar wohl nicht mehr immer vollbewusst. Viele von ihnen verschütten auch Tokajer heute noch aus dem ersten Glas ein wenig Wein auf den Kellerboden. Sie opfern damit quasi – wie die Urahnen – der Mutter Erde, dem Gott der Fruchtbarkeit. Der anlässlich des Kaufs eines Weinbergs Wein ausgetrunkene Becher, das ist ein Brauch aus der uralten ungarischen Glaubenswelt. Er wurde im Laufe der Zeit zum Symbol des Gesetzes erhoben und „Ukkon-Becher“ genannt (Ukkon war der alte Gott in ihrer Urheimat).
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In der christlichen Zeit sind die Götter von den Heiligen abgelöst worden. Als Tokaji Schutzpatron der Weinberge war Vinzenz von Saraggossa und der Weingarten auf dem Flachland – St. Martin – geehrt. Außer diesen zwei Namen: Urbanus, Tokajer Joseph, Remigius, Benigus, Benedikt, Anton v. Padova, Johann der Evangelist, Donatus, Jakob, Wenzelm Simon-Juda.
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Die Schutzheiligen des Weinhandels – nicht Wein nur in Tokaj (Ungarn Wein) – sind Vinzenz von Saragossa, der Heilige Christophorus, der Abt Walter und auch Maria Magdalena. In den Marktflecken des Weingebiets findet man einen verbreiteten Simon-Juda-Kult. Daneben haben die einzelnen Ortschaften noch andere Schutzpatrone: Rotwein St. Wenzel in Tállya; St. Martin in Tolcsva; Johann der Täufer und St. Michael in Erdöbénye; St. Donatus in Tokaj und in Szerencs. In Tokaj findet man auch Tokajer heute noch eine Klein- und eine Groß-Donatus-Lage, wo 1704 noch eine kleine Kapelle stand. Sehr oft wurden die Patrone auf den Zunftfahnen und in den Stadtwappen abgebildet. Es ist auch interessant, dass man öfters zu Namenstagen von Patronen Tokaji ein Ereignis aus der Reb- oder Weinkultur angeschlossen hat. So begann die Weinlese an dem Tag von Simon-Juda 23. Oktober, am Jakob-Tag wurde den Geistlichen Wein (Ungarischer Wein) geschenkt und das Verkaufsrecht für diese Weine erteilt. St. Martinstag war Stichtag Wein für Fassreparaturen, am St. Tokajer Michaelstag begann im Weingebiet traditionsgemäß der Weinschank. Der Tag des St. Urbanus war als der letzte Tag der möglichen Frostgefahr registriert. An den Tagen der Schutzpatrone wurden in den Marktflecken Prozessionen veranstaltet. Diesen folgten häufig Volksfeste mit solchen Attraktionen wie Fassrollen- und Karrenschieben- Wettkämpfe, Tanz der Küfer usw. Das Gedenken an die Schutzpatrone finden wir heute noch in vielen zeitgenössischen Liedern. Als solche Liedersammlungen seien hier die „Cantonale Catholica“ von Bozóki aus dem Jahr 1797 erwähnt. Einen der schönsten Weihe-Texte im Weingebiet Wein hat der Segensspruch des Weins an Tokaji dem Tag des Heiligen Johannes. Und während der Fronleichnamsprozession singt man auch in Tokaj (Ungarn Wein) aus dem Psalm IV, wie in so vielen anderen Weingebieten:
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Rotwein Educas panem de terra, Et vinum laetificat cor hominum, Alleluja!
Erschaffe Brot aus der Erde, Und Wein soll die Herzen der Menschen erheitern, Alleluja!
8. Weinlese und Volksbräuche Rotwein
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